Ob Stechen, pochen oder ziehen: Es ist gut, wenn man weiß, welches Schmerzmittel wann eingenommen werden sollte.
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Symbolbild


Die Fake News rund um Ibuprofen haben in letzter Zeit zu Verunsicherung geführt. Lesen Sie, was bei der Einnahme von Schmerzmitteln zu beachten ist und wann welches Präparat geeignet ist.

Er ist klopfend, dröhnend, schneidend oder stechend – Schmerz hat viele Gesichter. Aber er hat einen Sinn: Schmerz macht uns aufmerksam, dass etwas nicht stimmt: Ein Infekt, eine Verletzung oder eine Entzündung.

Schnelle Helfer

Die meisten Patienten wählen aus Gewohnheit immer den gleichen Wirkstoff, egal was wehtut. Auf das eigene Bauchgefühl ist hier nicht immer Verlass. Bei der Wahl kommt es auf die Art des Schmerzes an, auf das Alter, mögliche Vorerkrankungen und andere Medikamente, die eingenommen werden.

So kurz wie möglich und so wenig wie nötig!

Für die Einnahme von Schmerzmitteln gilt: so kurz wie möglich und so wenig wie nötig. Länger als zwei Wochen sollten es nicht sein, ohne mit dem Arzt zu sprechen. Die dauerhafte Anwendung kann schwere Nebenwirkungen haben. ASS ist in der Schwangerschaft nicht geeignet. Andere NSAR sollten nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel eingenommen werden.

Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol oder ein Kombinationsmittel (ASS + Paracetamol + Coffein)
Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac-Kalium möglichst als Brausetabletten, -granulat oder Kautabletten
Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol
Ibuprofen, Naproxen
Ibuprofen
Die Hauptgruppe der Schmerzmittel sind die nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR. Die bekanntesten Vertreter sind Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Mögliche Nebenwirkungen sind Magenblutungen. Vor allem ASS muss vor einer Operation abgesetzt werden.
Acetylsalicylsäure (ASS) wird vor allem bei Spannungskopfschmerz verwendet. Auch eine Migräne lässt sich oft gut damit behandeln. Für Erwachsene eignet sich ASS bei Erkältung, da es fiebersenkend wirkt. Für Kinder ist der Wirkstoff nicht geeignet. Manche ASS-Präparate sind mit Vitamin C kombiniert. Es verringert Reizungen der Magenschleimhaut.
Ibuprofen hat ein geringeres Blutungsrisiko als ASS und wirkt stärker antientzündlich. Es ist bei Rücken-, Gelenkschmerzen, Sportverletzungen, Erkältungsbeschwerden, Regel-, Zahn- und Kopfschmerz wirksam. Niedrig dosiert ist es als Zäpfchen ab dem dritten Lebensmonat geeignet. Der Zusatz „Lysin“ bei einem Ibuprofen-Präparat bedeutet, dass es mit dem Wirkbeschleuniger Lysin kombiniert ist.

In den letzten Wochen ging die Meldung durch die sozialen Medien, dass unter der Einnahme von Ibuprofen eine Infektion mit dem Coronavirus schwerer verlaufen kann. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben den Sachverhalt geprüft und geben inzwischen Entwarnung. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA teilt mit, dass Ibuprofen nach wie vor bei grippalen Symptomen oder auch bei einer Coronavirus-Infektion gegen Fieber und Schmerzen eingenommen werden kann.

Diclofenac ist vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Rücken-, Gelenkschmerz, rheumatischem Schmerz oder bei Sportverletzungen geeignet. Im Vergleich zu ASS und Ibuprofen setzt der schmerzstillende und antientzündliche Effekt am schnellsten ein. Diclofenac wird von Kindern eher schlecht vertragen und ist erst ab dem sechsten Lebensjahr zugelassen.
Naproxen hat den Vorteil, dass es länger wirkt. Es ist bei Schmerz, Entzündung und Fieber geeignet. Zum Beispiel bei Menstruationsbeschwerden oder Arthrose. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird es nicht empfohlen. Für Kinder unter zwölf Jahren ist Naproxen nicht geeignet.
Eine Weiterentwicklung der NSAR sind die COX-2-Hemmer, kurz Coxibe. Sie sind durch eine selektivere Wirkung magenverträglicher, können jedoch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Der Arzt muss die Vor- und Nachteile für jeden Patienten abwägen. Deshalb sind Coxibe nicht ohne ärztliches Rezept erhältlich.
Paracetamol wirkt kaum entzündungshemmend, senkt jedoch Fieber und ist oft in Erkältungsmitteln enthalten. Auch bei Kopfschmerz ist Paracetamol wirksam. Für Patienten mit empfindlichem Magen ist es oft besser verträglich als NSAR. Paracetamol belastet die Leber stärker als andere Schmerzmittel. Niedrig dosierte Zäpfchen können bei Babys ab einem Körpergewicht von drei bis vier Kilogramm angewendet werden.

Hausmittel & Co.

Was sonst noch helfen kann
– Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga oder Muskelentspannung
– Kühlung bei Sportverletzungen wie Verstauchung oder Zerrung
– Wärme mittels Wärmflasche oder Rotlicht bei Krämpfen oder Verspannungen
– Pfefferminzöl auf die Schläfen getupft bei Kopfschmerzen
– Akupunktur bei Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen

Nichts für Kinder

Bei Kindern kann Acetylsalicylsäure (ASS) Schäden an Leber und Gehirn hervorrufen (Reye-Syndrom). Stattdessen gibt es Schmerzmittel mit Paracetamol. Sprechen Sie uns dazu gerne an.    

Ulrich Tepe,

Ihr Apotheker

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