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Wenn Hund und Katze draußen unterwegs sind, ist das Floh-Risiko groß. Da das Insekt Krankheiten übertragen kann, sollte schnell gehandelt werden.
iStockphoto/photo_Pawel
Symbolbild

Wenn unsere Haustiere draußen spielen, jagen und toben, freut das nicht nur uns, sondern auch den Floh. Denn im Fell von Hunden und Katzen fühlt er sich so richtig wohl, wird satt und pflanzt sich fort. Seinem Wirt aber kann er Krankheiten bringen.

Flöhe sind bräunlich rot, etwa 2,5 Millimeter groß und haben eine seitlich abgeplattete Körperform. Obwohl sie einen Wirt – Hund, Katze oder Mensch – bevorzugen, springen sie dank ihrer kräftigen Füße auch gerne mal auf einen anderen Wirt über. So kommt der Mensch zum Hunde- oder Katzenfloh und umgekehrt. Ein Flohbefall ist übrigens kein Zeichen mangelnder Hygiene, es kann jedes Tier treffen, das mit den Blutsaugern in Kontakt kommt.

Besondere Fortpflanzung

Wenn sich Ihr Vierbeiner öfter als üblich kratzt, ist es Zeit, sein Fell einmal genauer zu untersuchen. Denn wenn es lange und stark juckt, kann es sein, dass ein Floh gerade zugebissen und Blut gesaugt hat. So ernährt er sich, um dann seine Eier zu produzieren. Pro Tag können das bis zu 50 Stück sein. Diese legt er nicht im Fell ab, sondern dort, wo es kuschelig und warm ist: in Schlafdecken oder oft frequentierten Lieblingsteppichen der Haustiere. Hat sich aus der Larve nach drei bis vier Wochen der fertige Floh entwickelt, bespringt er das Wirtstier und macht es sich im Fell gemütlich.

Unter der Lupe

Trotz seiner geringen Körpergröße ist der Floh gut mit bloßem Auge erkennbar. Mit einem Vergrößerungsglas kann man ihn sogar sehr gut beobachten. Sind die Winzlinge aber erst einmal fest im Fell unserer liebsten Vierbeiner verankert, beißen und saugen sie immer wieder an verschiedenen Stellen. Meist liegen die Einstiche dicht beieinander und werden deshalb als Flohstraße bezeichnet. Oft bilden sich dort Quaddeln, Bläschen und Knötchen auf der Haut, die leicht zu erkennen sind.

Floh gesichtet?

Ein weiterer Hinweis auf Flohbefall sind die Ausscheidungen der ungebetenen Gäste. Ihr Kot sieht aus wie kleine schwarze Punkte, ähnlich gemahlenem schwarzem Pfeffer. Deshalb sollten Sie Ihr Tier regelmäßig mit einem speziellen Flohkamm kämmen und diesen auf einem weißen Blatt Papier ausklopfen. Sind die schwarzen Punkte vorhanden und färben sie sich beim Zerreiben bräunlich, spricht das für einen Flohbefall.

Blinde Passagiere

Auslöser für den Juckreiz ist der beim Saugen abgesetzte Speichel. Er kann zu Entzündungen und allergischen Hautreaktionen, der sogenannten Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD), führen. Aber es lauern noch andere Gefahren, denn der Floh kann Parasiten oder Bakterien übertragen. Zum Beispiel den Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum), welcher Flöhe als Zwischenwirte benötigt und am häufigsten bei Hunden zu finden ist. Aber auch Katzen bleiben nicht von ihm verschont.

Übrigens kann auch das Bakterium Bartonella henselae, das die Katzenkratzkrankheit verursacht, kann von Flöhen übertragen und verbreitet werden. Deshalb sollten Sie Ihrem vierbeinigen Mitbewohner auch regelmäßig eine Wurmkur verabreichen.

Platzverweis für Flöhe

Flöhe sind das ganze Jahr über aktiv, deshalb empfiehlt sich bei Hunden und Freigänger-Katzen eine ganzjährige Prophylaxe. Um den Kuscheltiger und den besten Kumpel flohfrei zu bekommen und zu halten, gibt es verschiedene Produkte, über die wir Sie gerne in Ihrer Apotheke beraten. Diese Mittel sind in der Regel für Menschen und Säugetiere unbedenklich, müssen trotzdem immer genau nach den Anweisungen im Beipackzettel verwendet werden.

Wirksame Mittel gegen Flöhe – sowohl bei Befall wie auch zur Prophylaxe – sind Spot-on-Produkte (engl.: spot on = auftröpfeln) mit dem Wirkstoff Imidacloprid oder Fipronil. Sie sind für Hunde und für Katzen geeignet, wobei hier abhängig vom Gewicht des Tieres genauestens dosiert werden muss. Die Lösungen werden mit einer Pipette in den Nacken oder zwischen die Schulterblätter der Tiere getropft, wo sie nicht weggeleckt werden können. Innerhalb von 24 Stunden sollten die Tiere flohfrei sein. Die Mittel schützen zudem auch vor erneutem Flohbefall sowie vor Zecken und Haarlingen. Es gibt verschiedene Produkte, die zwischen einem bis drei Monate wirken.
Flohhalsbänder, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Flumethrin und Imidacloprid, sind eine langfristige Alternative gegen die Parasiten. Die Schutzwirkung besteht bis zu acht Monaten. Die Halsbänder aus Kunststoff sind nicht für Tiere unter sieben Wochen geeignet. Sie geben kontinuierlich Wirkstoffe ab, die sich über das Hautfett auf den ganzen Körper verteilen. Das hält Zecken und Flöhe fern, verhindert deren Vermehrung und tötet bereits eingenistete Plagegeister ab. Je nach Körpergröße und Gewicht Ihres Lieblings gibt es die Halsbänder in verschiedenen Größen. Das ist wichtig, weil für kleine Hunde weniger Wirkstoff erforderlich ist, als für große. Katzenbesitzer sollten zudem darauf achten, dass das Flohhalsband einen Sicherheitsverschluss hat, der sich öffnet, wenn Samtpfote damit einmal hängen bleibt. Wenn Ihr Hund gerne mal ins Wasser springt, sollten Sie vorher das Flohhalsband abnehmen, denn viele enthalten wasserlösliche Wirkstoffe, die Fischen und anderen Lebewesen schaden.
Die meisten Sprays sind wegen ihrer geringeren Dosierung vor allem für Hunde- oder Katzenwelpen gedacht. Ab dem ersten Lebenstag hilft der Wirkstoff Fipronil gegen Flöhe, Zecken und Haarlinge. Sprays können einfach dosiert werden. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn weder Tier noch Mensch sollten das Spray einatmen.
Tabletten mit dem Wirkstoff Nitenpyram wirken schon etwa 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme. Sie eignen sich deshalb besonders gut als Sofortmaßnahme, wenn Hund oder Katze von Flöhen befallen sind. Je nach Schwere des Befalls kann das Medikament täglich oder jeden zweiten Tag gegeben werden. Da es aber keine Langzeitwirkung hat, sollte es mit einem Antiparasitikum (Spot-on oder Halsband) kombiniert werden.
Die speziell für Hunde gedachten Shampoos halten Flöhe und Zecken fern. Der darin enthaltene Margosa-Extrakt bietet Schutz für etwa vier Wochen. Ein Vorteil: Das Shampoo reinigt und glättet gleichzeitig das Fell Ihres Hundes. Zusätze mit ätherischem Teebaumöl entspannen und beruhigen die Haut. Achten Sie beim Baden darauf, empfindliche Bereiche wie Augen, Mund und Ohren zu meiden.

Das Körbchen nicht vergessen

Auch die Umgebung eines mit Flöhen befallenen Tieres muss mit einem Antiparasitikum behandelt werden. Schlafstellen, Körbchen und andere Stellen, an denen sich Haustiere gerne aufhalten, können besiedelt sein. Dazu eignen sich am besten Umgebungsprays oder sogenannte Floh-Fogger.

Fogger sind Vernebler, die verschiedenen Insekten – so auch dem Floh – den Garaus machen. Sie arbeiten in der Regel mit einer Wirkstoffkombination aus zwei Mitteln, zum Beispiel Pyrethroide und Permethrin, Pyrethrum oder Cyfluthrin in Verbindung mit Pyriproxyfen. Während der eine Wirkstoff erwachsene Flöhe tötet, hemmt der zweite die Entwicklung der Floheier und -larven. Dieses schnell wirkende Insektizid ist zwar für Säugetiere unschädlich, sie dürfen bei der Anwendung allerdings nicht im Raum sein. Ein Vorteil ist, dass der Fogger auch Stellen einnebelt, die man beim Besprühen vielleicht außer Acht gelassen hätte. Die Wirkung hält bis zu sechs Monate an.
Mit Umgebungssprays kann man ganz gezielt an Schlaf-, Liege- und Lieblingsplätzen gegen die ungebetenen Gäste vorgehen. Viele Umgebungssprays enthalten das Nervengift Permethrin und den Wirkstoff Methopren, die  Flöhe und Flohlarven, aber auch Milben und Läuse töten. Während der Anwendung sollten Kinder oder Tiere nicht im Raum sein. Wichtig ist, dass das Spray niemals direkt auf Tiere oder Menschen gesprüht wird. Auch darauf achten, es nicht einzuatmen! Steht ein Aquarium im Raum, sollte es abgedeckt und die Belüftung kurzzeitig ausgeschaltet werden. Nach der Behandlung muss der Raum sehr gut gelüftet werden. Umgebungssprays wirken nicht lange und eine weitere Behandlung kann nötig sein.

Auf die Tierart achten

Tierarzneimittel sollten immer nur für die auf dem Produkt angegebene Tierart verwendet werden. Denn eine Katze hat einen anderen Stoffwechsel als ein Hund. Einzelne Wirkstoffe, unter anderem das eigentlich harmlose Teebaumöl, vertragen die Samtpfoten nicht. Sie können davon Vergiftungen bekommen.

Ulrich Tepe,

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